Drehscheibe Drogenentzug
Der Drogenentzug steht mit vielfachen Verbindungen in alle Richtungen in der Mitte zwischen den akzeptierenden, den niedrigschwellig-aufsuchenden und den beratenden Angeboten des Drogenhilfenetzwerkes auf der einen Seite und den abstinenzorientierten Therapie- und Begleitungsangeboten auf der anderen Seite.
Im Entzug geht es darum Suchtmittelabhängige vom momentan vorherrschenden Konsummuster zur Abstinenz zu begleiten oder gelegentlich auch „nur“ einen Beikonsum beenden zu helfen. Je nach Drogenkonsummuster kann der Entzug damit sehr unterschiedlich ausfallen. Auch von der quantitativen Seite her reicht das Spektrum vom kritischen Mißbrauch mit ersten negativen Folgeerscheinungen im Sozialleben bis hin zur schweren Abhängigkeit. Es wird sich jedoch in der Regel kein Mensch in eine stationäre Entgiftung begeben, der nicht ein gravierendes Drogenproblem hat.
Es ist meiner Ansicht nach Haarspalterei lange Diskussionen auf Gebrauch / Missbrauch / Abhängigkeit zu verschwenden. Wichtig ist, welchen Stellenwert die Droge für den jeweiligen Hilfesuchenden einnimmt und wie er sein Leben mit oder ohne Drogen bewältigen kann.
Auch die Frage weiche Droge / harte Droge ist nicht von hohem Belang. Von Wichtigkeit ist ein hartes oder weiches Gebrauchsmuster.
Wer wird süchtig? Es gibt unendlich viele Theorien und Erklärungsmodelle, auf die hier nicht eingegangen werden soll. Meiner Ansicht nach wird ein Mensch auf jeden Fall nicht längere Zeit suchtmittelabhängig, wenn er eine ausreichend gefestigte Persönlichkeitsentwicklung hinter sich gebracht hat. Wer eine Sucht entwickelt, hat in der Regel auch eine zugrundeliegende (psychiatrische) Störung. Der Entzug bedeutet damit immer die Wegnahme einer Form von Selbstheilungsversuch durch eine Form von „Eigenmedikation“.
Es reicht deshalb nicht das „Gift“ wegzunehmen und den Betroffenen mit seiner Grundstörung „geheilt“ ins weitere Leben zu schicken, sondern es geht um einen Entzug: Etwas wird - vorerst ersatzlos – weggenommen und muss durch etwas anderes ersetzt werden.
Der Selbstbehandlungsversuch des Abhängigen hat nicht nur in eine Sackgasse geführt, sondern er hat zusätzlich zur bestehenden Störung zu sekundären Veränderungen in seinem Körper in seiner Psyche und in seinem Sozialleben geführt.
Weder die der Suchterkrankung zugrunde liegende Störung, noch deren körperliche, soziale und psychische Folgen dürfen in einem Entzug vernachlässigt werden. Aus diesem Grunde muss es sich bei dem Drogenentzug um eine qualifizierte Behandlung handeln, damit ein erfolgversprechendes Ergebnis erzielt werden kann.
Der qualifizierte Entzug wird immer wieder genannt, oft jedoch nur schwammig definiert.
Qualifizierter Entzug bedeutet, Sucht in allen Komponenten begegnen, d.h. eine klare Vorstellung von Sucht und deren Genese sowie Behandlungsmöglichkeiten zu haben. Er erfordert ein fundiertes schriftlich niedergelegtes Behandlungskonzept und ein entsprechend ausgebildetes multiprofessionelles Team unter fachärztlicher Leitung.
Im qualifizierten Entzug sollten folgende Ebenen gründlich diagnostiziert und - soweit im Rahmen der begrenzten Zeit möglich - behandelt werden.
Tierstudien und Untersuchungen am Menschen weisen darauf hin, dass der Konsum von Ecstasy Schäden im Gehirn verursacht. Ob und wie sich die festgestellten neurotoxischen Schäden auf den Alltag der Betroffenen auswirken, war bislang aber noch nicht gänzlich geklärt. Eine britische Studie konnte nun durch ein Laborexperiment nachweisen, dass Drogenkonsumentinnen und -konsumenten mit Ecstasyerfahrung bei alltäglichen Gedächtnisaufgaben tatsächlich schlechter abschneiden als Personen ohne Ecstasyerfahrung.... [ganze Meldung lesen]
Studie belegt schlechteres Alltagsgedächtnis durch Cannabiskonsum
Unser Gedächtnis ist nicht nur Aufbewahrungsort für Erinnerungen, wir benötigen es auch, um uns Dinge zu merken, die wir in der Zukunft erledigen wollen. Die Wissenschaft spricht dann vom prospektiven Gedächtnis. Etwas bestimmtes Einkaufen, jemanden anrufen oder zu einer Verabredung erscheinen, es sind die alltäglichen Dinge, die das prospektive Erinnern ausmachen. Dies scheint Cannabiskonsumierenden jedoch schlechter zu gelingen als abstinenten Personen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.... [ganze Meldung lesen]
Drogen im Gehirn
Cannabis ist neben Alkohol und Zigaretten das am weitesten verbreitete Rauschmittel und gilt als "Einstiegsdroge". Der Konsum soll bei Jugendlichen gesunken, bei Erwachsenen dagegen gestiegen sein.